Von falschen Bahnhöfen, Bodenseehaien und neuen Freundschaften

Manche Reisen beginnen mit einem perfekten Plan. Unsere Reise zum AGM von Ladies‘ Circle Schweiz und Round Table Schweiz in Kreuzlingen gehörte definitiv nicht dazu.

 

Zu zweit machten wir uns aus Lippstadt mit der Bahn auf den Weg Richtung Bodensee. Die Anreise verlief auch erstaunlich reibungslos – zumindest so lange, bis wir voller Überzeugung am falschen Bahnhof ausstiegen. Nach kurzer Verwirrung, etwas Orientierungslosigkeit und dem üblichen „Das kann doch nicht richtig sein!“ fanden wir dann doch noch unseren Weg nach Konstanz zu unserer Gastgeberin Sara.

 

Diese hatte nicht nur ein Bett für uns organisiert, sondern gleich eine ganze Wohnung. Genauer gesagt: Die Wohnung ihrer Mama. Und diese liebe Frau räumte tatsächlich ihr komplettes Zuhause für ein paar Fremde aus ganz Deutschland. Für ein Wochenende durften wir dort unsere eigene kleine WG gründen. Allein dafür hätte es eigentlich schon einen Friendship Award geben müssen.

 

Der Freitagabend führte uns dann zur Seeburg in Kreuzlingen. Die Kulisse direkt am Wasser war schlichtweg traumhaft. Unter dem Motto „Napoleon“ wurde geschlemmt, gelacht, getanzt und gequatscht. Zugegeben: Die historische Einordnung mancher Kostüme war vermutlich kreativ interpretierbar, aber genau das machte den Charme des Abends aus.

 

Am Samstagmorgen stand zunächst der offizielle Teil auf dem Programm. AGM eben. Während Präsidentinnen und Präsidenten ihre Berichte präsentierten und Wahlen durchgeführt wurden, nutzten viele die Gelegenheit, alte Bekannte wiederzusehen und neue Kontakte zu knüpfen. Besonders spannend war für mich zu beobachten, wie unterschiedlich das Side-by-Side-Leben in anderen Ländern funktioniert. Am Ende verbindet uns zwar dieselbe Idee, aber die Wege dorthin können durchaus verschieden sein.

 

Spätestens beim Banner Lunch rückte das Pflichtprogramm dann in den Hintergrund. Bei strahlendem Sonnenschein, bester Stimmung und einer beeindruckenden Kulisse am Bodensee wurde deutlich, warum AGM-Wochenenden so beliebt sind. Danach verlagerte sich das Geschehen größtenteils an den Hafen und ans Wasser. Kalte Getränke, gute Gespräche und das Gefühl, einfach mal den Moment zu genießen.

 

Irgendwann kam natürlich die brillante Idee auf, in den Bodensee zu springen. Was sollte schon passieren?

 

Nun, offenbar hatte ich die Rechnung ohne den gefürchteten Bodenseehai gemacht. Für alle, die dieses seltene Exemplar noch nicht kennen: Er tarnt sich geschickt als Muschel. Nach wenigen Sekunden im Wasser waren beide Hände aufgeschlitzt und bluteten ordentlich. Mein persönlicher Angriff aus der Tiefsee war perfekt.

 

Zum Glück war sofort ein hilfsbereiter Tabler zur Stelle, der mich professionell zusammenflickte. Mit Händen voller Pflaster und nur leicht angeknackstem Stolz ging es zurück in unsere inzwischen liebevoll benannte Chaos-WG. Schnell umziehen, kurz durchatmen und weiter zum Galaabend.

 

Und der hatte es in sich.

 

Tolle Gespräche, großartige Menschen und jede Menge dieser typischen AGM-Momente, die man niemals planen kann. Irgendwann entstand sogar die Idee für einen neuen Coin – vermutlich eine der besten Ideen, die zwischen dem ersten und dritten Getränk geboren wurden. Überhaupt wurde an diesem Abend sehr viel gelacht. Teilweise sogar so viel, dass sich manches Getränk unfreiwillig in hohem Bogen seinen Weg suchte. Keine Sorge – nicht aus den Gründen, die ihr jetzt denkt. Es war schlichtweg zu lustig.

 

Als wir am Sonntag die Heimreise antraten, nahmen wir nicht nur neue Bekanntschaften, viele schöne Erinnerungen und eine frische Muschelphobie mit nach Hause. Vor allem blieb das Gefühl, wieder einmal erlebt zu haben, was Round Table und Ladies‘ Circle ausmacht: Menschen, die sich oft zum ersten Mal begegnen und sich trotzdem anfühlen, als würden sie sich schon seit Jahren kennen.

 

Danke, Kreuzlingen! Danke Schweiz! Wir kommen gerne wieder – beim nächsten Mal vielleicht sogar direkt zum richtigen Bahnhof.

 

YiF Diana

vom LC 53 Lippstadt